Hier finden Sie eine Übersicht zu unseren aktuellen Projekten

MIKA UND DAS ZAUBERROHR

Eines von 1000 Kindern kommt mit einer einseitigen Taubheit auf die Welt, bis Schuleintritt sind es sogar 3-6% der Kinder, bei denen ein unilateraler Hörverlust vorliegt. Daher ist es wichtig für die Eltern auch nach dem Neugeborenenhörscreening sensibel auf sprachliche Auffälligkeiten und weitere Anzeichen zu achten, um eine potenzielle Taubheit auf einem Ohr schnellstmöglich zu bemerken. 


Das Projekt "Das Zauberohr - Einseitige Taubheit bei Kindern optimal begleiten" ist ein Buch für Sprachtherapeut*innen und soll helfen, ein besseres Verständnis zu schaffen und auf dem Weg zu einer erfolgreichen Therapie bestmöglich zu unterstützen.


Geplante Veröffentlichung ist im Oktober 2024.

DIE GESCHICHTE DES BEDUINENMÄDCHENS YASMIN.

In Ägypten leben rund 100 Millionen Menschen. 1,2 Millionen davon mit einer Hörschädigung. Und hierbei sind Kinder unter fünf Jahren nicht eingerechnet, da diese oftmals ungetestet und somit auch unversorgt sind. Die Hauptursachen für die Hörschädigungen sind genetische Faktoren, Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft und hohes unbehandeltes Fieber während der ersten Lebensjahre.


Selbst bei einer erfolgreichen Diagnostik der Hörschädigung ist eine Versorgung nicht gewährleistet, da es vor Ort nicht selten zu Lieferengpässen bei technischen Hilfsmitteln kommt.


Diese Situation möchte die deutsche Ärztin Astrid Appel ändern. Sie ist seit vielen Jahren vor Ort und betreut Kinder mit Hörschädigung und ihre Familien in Hurghada und Umgebung. Da eine solche Aufgabe allein nicht lösbar ist, wurde im Jahr 2019 das Therapiezentrum für Hören und Kommunikation - Praxis Hanik um Hilfe gebeten und seit Beginn der Kooperation konnten bereits sieben Kinder und ein Gebärdensprachlehrer mit Cochlea Implantaten, über 30 Kinder mit Cochlea Implantat Teilen und über 20 Kinder mit Hörgeräten versorgt werden. Das klingt vielleicht nach einem Tropfen auf dem heißen Stein, wenn man sich die individuellen Geschichten jedoch im Detail anhört, wird deutlich, was für ein Gewinn die Versorgung für die einzelnen Familien darstellt.

Sie ist die Zweitälteste von fünf Geschwisterkindern, die alle gehörlos geboren wurden. Ihre Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern sind alle hörend. Während ihre Geschwister in der Stadt lebten, wuchs Yasmin mit ihrer Oma Swelma in der Wüste auf. Sie backten Brot, halfen den Ziegen bei der Geburt ihrer Zicklein, kümmerten sich um die Kamele, schleppten Wasserkanister und sind seit jeher ein eingespieltes Team. Im Laufe der Jahre entwickelten sie eine eigene Gebärdensprache, mit der sie seitdem kommunizieren.

Da sie aufgrund ihrer acht Jahre zu alt für die Kostenübernahme der Cochlea Implantation durch die staatlich garantierte medizinische Grundversorgung für Schulkinder war, wurde durch die Mitarbeiterinnen der Praxis Roland Hanik ein Sprachprozessor und durch eine großzügige Spende der Firma Med-El ein passendes Implantat besorgt.


Vor Ort wird das Projekt von dem Uniklinikum Sohag, der HNO-Abteilung und der Pädaudiologie unterstützt und es wurden in Dr. Mostafa und seinem Team kompetente Ansprechpartner gefunden, die die Operation und Anpassungen durchführen.

 
 

Nach der erfolgreichen Implantation und einem intensiven Hörtraining wurde schnell deutlich, was Yasmin mithilfe des Implantats alles erreichen kann und sie ist auf dem besten Weg, genau wie ihre jüngeren Geschwister, einen Weg ins Hören und in die Sprache finden.


Mittlerweile lebt die komplette Familie wieder zusammen in Hurghada und die Geschwisterkinder bekommen alle gezielte Förderung und können die lokale Schule besuchen. Missen möchte das Hören mit dem Cochlea Implantat niemand mehr aus der Familie.


An dieser Stelle möchten wir uns gerne für die vielen Spenden und die Mithilfe der Freiwilligen bedanken, ohne die der Erfolg des Projekts nicht möglich gewesen wäre. Unser besonderer Dank gilt der Firma Med-El für die Bereitstellung des Implantats und natürlich Astrid Appel für ihr Engagement vor Ort.


Haben Sie noch alte Hörgeräte oder Sprachprozessoren bei sich zuhause in einer Schublade liegen, dann melden Sie sich gerne bei uns.

Erstes Treffen der Deutsch-Ägyptischen Kooperationspartner:innen im Uniklinikum Sohag